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Scheinkorrelation

Die Korrelationsanalyse untersucht den Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen M1 und M2. Wird eine Korrelation beobachtet und rechnerisch bestätigt, so ist dies noch kein Beweis für einen kausalen Zusammenhang zwischen M1 und M2. Ebenso gut kann ein nichtkausaler Zusammenhang vorliegen, in diesem Fall spricht man von einer Scheinkorrelation.
Dies kann verschiedene Ursachen haben:

Zwischen M1 und M2 liegt eine Gemeinsamkeitskorrelation vor, wenn M1 und M2 durch ein drittes Merkmal M3 gleichermaßen beeinflusst werden. Wirkt sich M3 sowohl auf M1 als auch auf M2 aus, so lässt sich möglicherweise ein Zusammenhang zwischen M1 und M2 nachweisen, obwohl diese ursächlich gar nichts miteinander zu tun haben.

Ein Spezialfall ist die Inhomogenitätskorrelation. Ist M3 ein Merkmal, das sowohl M1 als auch M2 in heterogene Gruppen teilt, so entstehen grafisch betrachtet zwei (oder mehr) voneinander getrennte Punktwolken. Die so dargestellten Untergruppen weisen für sich genommen keinen Zusammenhang auf, erzielen aber in der gemeinsamen Betrachtung durch ihren Lageunterschied einen Korrelationseffekt.

Werden die Werte von M1 und M2 jeweils durch eine Zahl Z geteilt, so wird dadurch eine sogenannte Indexkorrelation zwischen M1/Z und M2/Z erzeugt. In diesem Fall spricht man auch von einer formalen Korrelation. Diese tritt insbesondere bei der Zusammenhangsanalyse zwischen relativen oder prozentualen Häufigkeiten (die sich zusammen zu 1 oder 100% ergänzen) auf – eine negative Korrelation wird beobachtet, ist aber aus sachlogischer Sicht möglicherweise gar nicht zu begründen.

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