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Likert-Skala

Themengebiet: Deskriptive Statistik

Eine Likert-Skala (Rensis Likert, 1903-1981) ist nicht, wie das Wort vielleicht vermuten lässt, eine einzelne Skala oder ein Skalenniveau. Vielmehr handelt es sich um eine Punktsumme aus Antworten, welche aus einem Fragebogen zur Erfassung von (subjektiven) Ansichten, Befindlichkeiten oder Meinungen stammen.

Die Antwortmöglichkeiten der Items des Fragebogens haben dabei ein ordinales Skalenniveau, wie z.B.
immer – häufig – manchmal – selten – nie
oder
sehr stark – eher stark – eher schwach – schwach
oder
trifft voll zu – trifft eher zu – weder noch – trifft eher nicht zu trifft überhaupt nicht zu.

Den Antwortkategorien sind Punktwerte zugeordnet, welche in der Summe die Likert-Skala bilden. Jede einzelne Frage wird als Likert-Item bezeichnet und sollte nicht mit der Likert-Skala verwechselt werden.

Bei der Wahl der Anzahl an Auswahlmöglichkeiten ist zu überlegen, ob eine gerade oder ungerade Anzahl angeboten wird, bei einer geraden Anzahl wird quasi eine Richtung (gut oder schlecht, viel oder wenig, etc.) erzwungen, bei einer ungeraden Anzahl lässt man die Möglichkeit einer neutralen Antwort (z.B. weder noch).

Es gibt verschiedene standardisierte Fragebögen, wie z.B. der SF-36 oder der EORTC QLQ-C30 zur Lebensqualität oder auch orthopädische Scores wie der KOOS oder WOMAC, der Harris Hip Score oder der DASH-Score und viele weitere. Diese evaluierten Instrumente basieren auf Likert-Skalen.

Die statistische Analyse einzelner Likert-Items erfolgt anhand von absoluten und prozentualen Häufigkeiten, aufgrund der fehlenden Metrik (Abstände zwischen den Ausprägungen sind nicht definiert) haben Maßzahlen, wie Mittelwert und Standardabweichung wenig Aussagekraft.
Die Likert-Skala in ihrer Punktsumme kann als semiquantitative Größe mit entsprechenden Maßzahlen zur Deskription ausgewertet werden. Die Verteilung von Likert-Skalen ist oftmals schief, so dass es sich empfiehlt, die Verteilung zuvor zu prüfen.

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